Über den Umweg USA in die Bundesliga
Donnerstag, den 12. September 2013 um 11:01 Uhr

Storkow (MOZ) Für den Storkower Volleyballer Robert Schramm geht ein Traum in Erfüllung. Der 23-Jährige bestreitet ab dieser Saison seine Premiere in der Bundesliga. Dafür hat er einen Einjahresvertrag beim VC Dresden bekommen.

Hoch dekoriert aus den USA zurück: Robert Schramm hat mit einem Uni-Team in Florida so einige Trophäen gesammelt, wurde 2013 Spieler des Jahres in der National Division © MOZ/Jörn Tornow

Und bereits heute macht sich der 2,06 Meter große Mittelblocker auf den Weg in die Elbmetropole, wo am Montag der Trainings-Auftakt ansteht. Übrigens wie bei den Landesliga-Damen des VC Storkow. Also einer Mannschaft jenes Vereins, in dem Robert Schramm die ersten Schritte im Volleyball ging, dem er auch heute noch treu verbunden und in dem er Ehrenmitglied ist.

In der Saison 2003/04 war es, als der Storkower erstmals für den VC spielte. Ein Jahr später agierte er in der zweiten Männermannschaft in der Kreisliga und 2005/06 bereits in der Ersten in der Landesklasse Mitte, wo der fünfte Rang erreicht wurde. "Schuld" an seinem Drang zum Spiel über das Netz hat zweifelsohne seine Mutter Monika Schramm, die ihn immer mit in die Halle zu ihren Spielen nahm und die auch heute noch für den VC Storkow im Damen-Team der Spielgemeinschaft mit Lindenberg in der Stadtliga Frankfurt aktiv ist. "Ich war immer ihr Nummer-1-Fan", erzählt Robert Schramm, der sich bei seinem Sport stets auf die Unterstützung seiner Familie - neben Mutter Monika sind das Vater Jörg und Bruder Christian - verlassen konnte.

"Das ist auch ganz wichtig für mich", sagt Robert Schramm. "Genauso wie die Förderung von Andreas Noack, der mich zeitig mit in die Storkower Männermannschaften integrierte." Und der Angesprochene, der Vereins-Chef des VC Storkow ist, schwärmt in höchsten Tönen von seinem einstigen Schützling. "Robert war von Beginn an immer sehr ehrgeizig und hat seine Ziele konsequent verfolgt", sagt Andreas Noack. "Wir alle im Verein freuen uns sehr darüber, dass er jetzt in der Bundesliga spielen kann."

Und jene höchste Volleyball-Spielklasse in Deutschland erreiche Robert Schramm aus Storkow über den Umweg USA, wie er es selbst bezeichnet. Denn von dort ist er erst im Mai nach vier Jahren wieder in die Heimat zurückgekehrt - mit einem Bachelor der Betriebswirtschaft sowie mit noch mehr Volleyball-Erfahrung im Gepäck.

Letztere hatte ihm auch den Weg über den "großen Teich" geebnet. Denn aus Storkow ging er von 2006 bis 2009 aufs Coubertin-Gymnasium an der Sportschule Berlin, spielte zuerst zwei Jahre beim Berliner TSC und dann beim TKC Wriezen in der Regionalliga. Am Gymnasium hatte eine Vertreterin der Agentur "Volley USA" den Schülern Möglichkeiten aufgezeigt, ein Stipendium zu bekommen. "Ich habe mal probiert, ob ich das schaffe - und es kamen auch verschiedene Angebote", erzählt Robert Schramm, der sich dann für die Warner University in Lake Wales bei Orlando in Florida entschied.